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Berlin-Brandenburger Azubis fordern Mindestlohn PDF Drucken E-Mail
Bei einer Befragung von mehr als 1.500 Auszubildenden in der Region votierten 92,6 Prozent der Befragten für die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns von 7,50 Euro. Die Umfrage fand während der Berufsschultour der DGB-Jugend Berlin-Brandenburg statt.  Die Mehrheit der Auszubildenden spürt also bereits heute, dass sowohl ihr jetziges Geld als auch ihr späteres Gehalt nicht zu Leben reichen (könnte).
In Berlin und Brandenburg beträgt die durchschnittliche Ausbildungsvergütung aller Jugendlichen in der beruflichen Erstausbildung nur 350 Euro.

„Besonders schlimm trifft die Jugendlichen, die keinen Ausbildungsplatz in einem Betrieb gefunden haben. Der Gesetzgeber erlaubt explizit, dass diese jungen Menschen mit schlechtesten Ausbildungsvergütungen (zwischen 92 und 270 Euro) abgespeist werden dürfen.“ sagt Daniel Wucherpfennig Bezirksjugendsekretär des DGB Berlin-Brandenburg „Das betraf im Jahr 2007 in unserer Region nahezu jeden zweiten Auszubildenden. Im Jahr 2008 trifft dies immerhin vier von zehn Jugendlichen.“

Nach dem DGB sind geringe Ausbildungsvergütungen auch bei betrieblichen Ausbildungsverhältnissen zu finden, jedoch besteht hier zumindest die Chance, diese Bedingungen mit Tarifverträgen zu ändern. Alle anderen Jugendliche haben weder das Recht noch die Möglichkeit, ihre unwürdigen Ausbildungsvergütungen zu erhöhen.

„Wir fordern eine Mindestausbildungsvergütung von 500 Euro pro Monat“ so Wucherpfennig „Die Mehrheit der hiesigen Jugendlichen sind gezwungen, bei ihren Eltern wohnen zu bleiben und – zusätzlich zu ihrer lausigen Vergütung – staatliche Unterstützung in Anspruch zu nehmen. So darf ein Start ins Berufsleben nicht aussehen.“

Hintergrund: Dem Bundesinstitut für Berufsbildung zu Folge betrug die durchschnittliche tarifliche Ausbildungsvergütung in den neuen Ländern im vergangenen Jahr 489 Euro. Aber nur zwei Drittel der ostdeutschen Betriebe werden von Tarifverträgen abgedeckt oder orientieren sich daran. Alle anderen zahlen weniger. Hinzu kam im Jahr 2007, dass in Berlin-Brandenburg nahezu jeder zweite Ausbildungsplatz nicht im Betrieb, sondern bei einem Ausbildungsträger etc. angesiedelt – und damit außerhalb des Geltungsbereiches von Tarifverträgen – war. Die Jugendlichen dieser nicht-betrieblichen Ausbildungen erhalten im ersten Ausbildungsjahr – je nach Art der Förderung – zwischen 92 und 270 Euro.