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2. Ausbildungsreport Berlin-Brandenburg PDF Drucken E-Mail

AusbildungsreportMit ihrem zweiten Ausbildungsreport legt die DGB-Jugend ihren Mängelbericht vor und wirft einen Blick hinter die Kulissen, um den Jugendlichen eine Stimme zu geben. 2.300 Jugendliche zwischen 16 und 25 Jahren wurden 2006 in beiden Ländern befragt. Anlässlich der Präsentation des Berichts erklärt Doro Zinke, stellvertretende Vorsitzende des DGB, Bezirk Berlin-Brandenburg, die Zahlen und Fakten belegten, dass viele Unternehmen das Thema Facharbeitermangel und Ausbildungsqualität nicht ernst genug nehmen.

Alle bisherigen Ausbildungspakte auf Landes- und Bundesebene seien gescheitert, die Jugendlichen seien die Leidtragenden. Sie bräuchten eine verlässliche Berufs- und Lebensplanung. Nur so können qualifizierte Kräfte in der Region gehalten werden. 

Nur noch für jeden dritten Jugendlichen in Berlin und Brandenburg wird ein betrieblicher Ausbildungsplatz angeboten. Doch vielfach werden Auszubildenden geregelte Arbeitszeiten und Urlaub vorenthalten. Ausbildungsfremde Tätigkeiten scheinen die Regel zu sein, während Vergütungen oftmals nach Gutsherrenart festgelegt werden. Die Qualität der Ausbildung bleibt die große Herausforderung der kommenden Jahre, so Doro Zinke. Sie setzt sich dafür ein, dass der Gesetzgeber Mindestausbildungsvergütungen regelt und in den Lehrplänen der Berufsschulen verbindlich die Aufklärung über Rechte und Pflichten während der Ausbildung festschreibt.

Als Provokation bezeichnet es die Gewerkschafterin, dass ausgerechnet jetzt das Jugendarbeitsschutzgesetz ausgehöhlt werden solle, indem Beschäftigungsverbote am Wochenende gelockert werden sollten und die Nachtruhe von Jugendlichen zur Disposition gestellt werde. „Wir werden nicht den Jugendarbeitsschutz opfern, um dadurch eventuell eine Anzahl fragwürdiger Ausbildungsverhältnisse in einem Kuhhandel durchzusetzen“, so Zinke. Stattdessen plädiert sie dafür, die Überschüsse der Bundesagentur für Arbeit einzusetzen, um Ausbildungsplätze zu schaffen.

Download: Ausbildungsreport_2006